DR. GERHARD WANNER - Aus dem unterentwickelten Agrarland Vorarlberg entstand im Laufe des 19. Jahrhunderts einer der modernsten Industriestandorte der Habsburger Monarchie mit einer erstaunlich konservativen Gesellschaft, beherrscht von einem allmächtigen Klerus und der starken Christlichsozialen Partei. Die einseitige Abhängigkeit von der dominanten, exportorientierten Baumwollindustrie und Stickerei waren bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts typisch. Die gesellschaftspolitischen Verhältnisse waren geprägt von einer frühen „Gastarbeitereinwanderung“ aus dem welschen Südtirol, durch schlecht bezahlte Kinder- und Frauenlohnarbeit, durch kleinbäuerliche Strukturen und eine schwache sozialdemokratische Arbeiterbewegung. Ziel der Veranstaltung ist es, ein umfassendes Verständnis für die heutige Situation Vorarlbergs aus historischer Sicht zu vermitteln und an Hand der naturgeographischen Faktoren die Einflüsse auf die Lebens- und Wirtschaftsformen aufzuzeigen. Auch der „typische Vorarlberger“ mit seiner Abgrenzung vom übrigen Österreich kann nur aus diesen Zusammenhängen heraus erklärt werden. Dienstag, 11.1., 18.1., 25.1, 1.2 2011, 19:30 Uhr, Villa Falkenhorst, Thüringen Anmeldung: VHS Bludenz, 05552/65205 oder www.vhs-bludenz.at; € 49,- Gerhard Wanner, Dr., Studium der Geologie, Geographie, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck. Lehrtätigkeiten an der russischen Universität Ekaterinburg und der Pädagogischen Hochschule Feldkirch. Heute tätig an der Vorarlberger Fachhochschule Dornbirn, Universität Salzburg und Universität Pécs (Ungarn). Geschäftsführer der Rheticus-Gesellschaft. |